Überholung GL 1000 Motor

Das Schwergewicht


Dann wollen wir uns mal einen GL 1000 Motor von innen ansehen.

Das Exemplar hier sieht äusserlich noch gut aus. Er lässt sich aber nicht mehr durchdrehen und die Kurbelwelle scheint Spiel zu haben. Das ist kein gutes Zeichen.

Bevor man den Motor zerlegt, muss natürlich erstmal das Öl raus. Und auch wenn man ihn normal entleert hat, hat der Motor noch genug Restöl in sich, um eine Sauerrei in der Werkstatt anzurichten. Also sollte man entweder auf einem Montagetisch arbeiten oder einige Ölauffangtücher in Reichweite haben.

Um den Motor zu zerlegen, demontiert man die Zylinderköpfe, entfernt die Zahnriemen, den vorderen Motordeckel und den hinteren Deckel. Der Wasserbaum muss natürlich auch runter. Wie das genau geht, würde hier den Rahmen sprengen. Daher verzichte ich hier auf eine Detailbeschreibung. Gerne helfe ich, wenn Fragen dazu bestehen.

Ölsieb

Ölsiebdeckel

Um das Restöl möglichst vollständig aus dem Motor zu bekommen und um einen Eindruck vom Zustand des Motors zu bekommen, habe ich das Ölsieb ausgebaut. Das was im Sieb zu finden war und was ich auch im Restöl gefunden habe, lässt vermuten, dass der Motor ein weit grösseres Problem hat als den üblichen Verschleiß.

Zylinderkopf / Ventile

So sehen dann mal Ventile eines Motors aus, von dem man nicht weiß, wo er die letzten Jahre war und wie seine Geschichte ist. Sieht aber nicht so schlimm aus.  Zu erkennen ist, dass die Zylinderkopfdichtung zwischen den Brennräumen nicht defekt war.

Motor von hinten

Hinterer Motordeckel demontiert. Zu erkennen ist der Kupplungskorb und Teile der Lima. Im Loch rechts oben steckt eigentlich die Antriebswelle.

Lager 2 der Kurbelwelle

Nach dem "Spalten" des Motors fällt auf, dass der Lagerbock des zweiten Kurbelwellenlagers lose ist. Hier ist der Lagebock bereits demontiert. Wenn man genauer hinsieht, dann sieht man schon die Ursache für die vielen Metallspäne im Öl.

Lagerbock mittleres KW-Lager

So sollte ein Lagerdeckel nicht aussehen....    

Kurbelwellenbruch
















Kapitaler Motorschaden. Die Kurbelwelle ist gebrochen. Jetzt wird es spannend....

Kurbelwelle - Lager 1

Mal sehen ob der Motor noch zu retten ist.

Antwort: Ja er ist zu retten.


Den Motor habe ich vollständig zerlegt.

Motor zerlegt 1

 

Motor zerlegt 2


Nach dem Zerlegen wurden die Teile gereinigt und von den reichlich vorhandenen Metallspähnen befreit. Der mittlere Kurbelwellendeckel war so stark beschädigt, dass er ausgetauscht werden musste.

Die Kurbelwellenbohrung wurde neu gesetzt und mit neuen Lagern bestückt. Eine "neue" Kurbelwelle wurde eingebaut, die Zylinderkopfflächen geplant, und die Zylinder bekamen einen neuen Kreuzschliff.


KW-Bohrung und Lager

 

geplant und Kreuzschliff


und weil es ne Menge Kleinteile sind und es derzeit in der Garage zu kalt ist, habe ich da mal was ausprobiert. Braucht man nicht aber ich finde es irgendwie cool.

Ordnung ist alles

 


Nachdem der Motor zerlegt und gereinigt wurde und die Lager neu vermessen sind , ging es an die Lackierung. Ich habe hier erstmals einen Lack von RH-Lacke aus Twistring verwendet und den Motor auch nicht selbst mit der Sprühdose lackiert sondern zum Lackierer gegeben. Da die Lager bereits gemacht waren und auch schon mal mit der Hand vorgeplant wurde, geht es um den Schutz der Flächen. Hier habe ich mit relativ großem Aufwand Holzabdeckungen gebaut. Da es vermutlich nicht der letzte Motor sein wird, dürfte sich das hoffentlich gelohnt haben. Da ich diesmal die GL nicht als "normale" GL aufbauen werde, sondern ein "Custombike" geplant ist, bin ich vom Original abgewichen.

 

Motorlackierung

 

 

Kontakt:

Martin Schmied

sid@sid-gl1000.de

 

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